Analyse: Das Logo von Yoshitaka Amano

Das Logo-Artwork eines jeden Final Fantasy Spiels hat traditionell eine tiefgründige Bedeutung. Man darf davon ausgehen, dass dies auch bei Final Fantasy XV der Fall sein wird. Entworfen wurde das Logo-Artwork erneut von Yoshitaka Amano, der zwar schon lange nicht mehr Charakter-Designer der Final Fantasy-Serie ist, aber extra für das Logo (und Promo-Artworks) wieder als Freelancer engagiert wurde. Meistens zeigt ein Final Fantasy Logo einen bedeutenden Charakter oder ein markantes Story-Element.

Final Fantasy XV Logo

Final Fantasy XV Logo

Das Final Fantasy XV Logo hat sich bis auf den Schriftzug und Farbnuancen seit der Final Fantasy Versus XIII Ankündigung nicht geändert. Auffällig ist, dass das Final Fantasy XV Logo insgesamt deutlich dunkler ist. Inzwischen hat Tetsuya Nomura in einem Interview auch bestätigt, dass dies auch bei der Story der Fall ist. Trotz der Namensänderung verarbeitet man in Final Fantasy XV immer noch die ursprüngliche Geschichte.

Viele glauben schon seit Jahren, das Logo zeigt die Göttin Etro. Sie ist Teil der Fabula Nova Chrystallis Mythologie, um die sich auch Final Fantasy XV dreht und war in der berühmten “Gemäldeszene” mit Stella und Noctis im DKΣ3713 Trailer von 2008 auf dem Bild zu sehen.

Das wäre sicher eine naheliegende Idee, aber Etro spielt wenn überhaupt nur eine übergeordnete Rolle in der spielbaren Story von Final Fantasy XV. Einen direkten “Zugriff” auf Etro wird es wohl nicht so richtig geben. Schaut man sich die letzten Final Fantasy Logos an, so zeigten sie immer Charaktere, die eine greifbar wichtige Rolle im Spiel einnahmen. Eben beispielsweise Yuna (und ihr “Sending” am Kilika Port als Schlüsselszene) oder Richter Gabranth mit gezogenen Schwertern (Final Fantasy XII). Zugegeben, zuvor gab es auch Logos wie jenes zu Final Fantasy IX (zeigt Kristall) oder Final Fantasy VII (zeigt Meteor).

Stella vor dem Etro-Gemälde.

Stella vor dem Etro-Gemälde.

Der Gedanke, das Final Fantasy XV würde Stella zeigen, scheint auf den zweiten Blick aber irgendwie wahrscheinlicher. Denn von Anfang an schien Stella eine zentrale Rolle neben Noctis einzunehmen. Folgt man dieser Argumentation, dann zeigt das Logo die schlafende Stella. Der Schlaf ist sicherlich eine Anspielung auf den Theme-Song “Somnus”. Somnus ist der römische Gott des Schlafes und Latein für Schlaf.

Man mag Stella nicht sofort als Stella erkennen, aber das wäre nicht das erste Mal – Amano hat eben seinen ganz einen, unverkennbaren Stil. Am Rande des Logos sehen wir eine sich schlängelnde Kreatur. Nach dem E3 2013 Trailer könnten wir diese Kreatur als Leviathan ausmachen. Das riesige Ungeheuer nahm offensichtlich eine große Rolle beim Angriff von Niflheim auf Lucis ein und dieser Angriff wiederum dürfte eine zentrale Bedeutung in der Story von Final Fantasy XV einnehmen. Zentral genug für einen Platz im Logo? Möglich!

Hinter Stellas Kopf – nehmen wir an, es ist Stella – zeichnen sich die Umrisse eines Kristalles ab. Hier fällt die Deutung leichter. Es dürfte sich um den berühmten “Letzten Kristall” handeln, der in Lucis bei Noctis’ Familie aufbewahrt wird und die Nationen schützt. Auf ihn hat es auf Niflheim abgesehen. Der “Letzte Kristall” dürfte zweifelsohne eine Bedeutung haben, die einen Logo-Auftritt rechtfertigt.

Final Fantasy Versus XIII Logo.

Final Fantasy Versus XIII Logo

Es scheint zudem so, als würde sich hinter dem Kristall eine dunkle Kreatur abzeichnen. Ich habe schon von Deutungen gelesen, sie sei Bahamut. Wer auch immer diese dunkle Kreatur ist, sie verdeutlich sicherlich den hinterhältigen Angriff von Niflheim auf Lucis, bei dem man sich den Letzten Kristall erbeuten wollte.

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum Stella (von der wir noch nicht einmal wissen, ob sie spielbar ist) und nicht Noctis als Protagonist im Logo zu sehen ist. Wir wissen noch nicht einmal, in welcher Beziehung Stella zu Noctis überhaupt steht. Sie behandelt ihn respektvoll (Gemälde-Szene), zieht aber in einer anderen Szene auch das Schwert gegen ihn (DKΣ3713 Trailer). In jedem Fall scheinen Noctis und Stella durch Umstände miteinander verbunden. Nicht nur, weil sie die gleichen, mysteriösen Kräfte haben. Ist Stella am Angriff auf Lucis direkt beteiligt? Das Logo suggeriert es nach obiger Deutung fast.

Stella Nox Fleuret gehört zur Fleuret-Familie, die über Tenebrae herrscht. Über dieses Land ist bisher nichts bekannt. Tenebrae ist allerdings Latein für “Dunkelheit”. Klingt zunächst mal nicht nett. Doch Tenebrae ist auch eines der Länder, das vom “Letzten Kristall” geschützt wird. Doch an dieser Stelle wird es dann langsam zu spekulativ.

Für die fast schon langweilige Deutung der Göttin Etro spricht hingegen, dass sie auch auf ihrer Gemälde-Zeichnung schläft. Eine nicht von der Hand zu weisende Parallele. Zudem ähneln sich die Zeichnunge im Logo und im Etro-Gemälde schon allein deshalb auffällig, weil sie beide von Amano sind. Das Gemälde wird übrigens von einer großen Steinkreatur gehalten – offensichtlich dem Tod. Hier ließe sich eine Verbindung zu der dunklen Kreatur herstellen, die auch im Gemälde hinter dem Kristall zu sehen ist…

Aber wer weiß, vielleicht sieht die Logo-Interpretation nach dem nächsten Trailer auch schon wieder ganz anders aus. Bis dahin freuen wir uns dennoch über eure Meinung dazu!

Weiterführende Links:

Trivia:

Das erste Final Fantasy Logo war gar kein echtes Logo, zumindest nicht in der Form, wie wir sie heute kennen. Es zeigte einfach nur einen “Final Fantasy” Schriftzug. Der einfache Grund war vermutlich, dass Squaresoft damals nie plante, dass aus Final Fantasy das Phänomen wird, das es heute ist. Bekanntlich war Final Fantasy der letzte (“final”) Versuch der Firma. Erst mit dem PlayStation Remake bekam Final Fantasy (I) ein Amano-Logo. Im Hintergrund ist der Warrior of Light zu sehen. Auch die Logos zu Final Fantasy II und Final Fantasy III waren im Original noch ganz einfach und wurden erst mit den Remakes durch die typischen Hintergründe ergänzt.